Entmagnetisierung

Unter Entmagnetisierung wird der Prozess verstanden, der bei einem Bauteil (ferromagnetisches Material) die wirkenden magnetischen Eigenschaften teilweise oder vollumfänglich reduziert. Angestrebt sind Werte unter 4 A/cm.

Verfahren
Entmagnetisiert werden Materialien meist durch ein abschwächendes Wechselmagnetfeld. Dieses Magnetfeld muss anfangs so stark sein, dass die Koerzitivfeldstärke des aufmagnetisierten Materials erreicht wird. Durch das Wechselfeld erfolgt eine Ummagnetisierung der dauermagnetischen Materialien mit abnehmender Amplitude. Damit wird die Hysteresekurve mit abnehmender Amplitude der magnetischen Feldstärke und der Magnetflussdichte durchlaufen, bis das Dauermagnetfeld null ist.

Im nebenstehenden Bild beginnt man beispielsweise rechts oben, dann geht es immer entgegengesetzt dem Uhrzeigersinn nach links unten, dann wieder nach rechts oben, aber nicht mehr so weit, etc. Wenn nach vielen Umläufen die kleinste Schleife am Schnittpunkt der beiden Achsen erreicht ist, kann man das externe Magnetfeld abschalten, das Eisen ist weitgehend entmagnetisiert.

Für die Abschwächung des Wechselfeldes gibt es zwei Methoden: Entweder wird der Gegenstand vom konstanten Magnetfeld langsam entfernt oder das Magnetfeld nimmt infolge von Stromreduktion ab. Meist sind 5 bis 10 Ummagnetisierungen ausreichend.

Eine Entmagnetisierung kann auch durch mechanische Erschütterungen oder durch Erhitzen des ferromagnetischer Materialien über die Curie-Temperatur hinaus bewirkt werden.